Eben doch keine Nebensache – Problemfall Trinkröhrchen

By Adina
Kleine Plastik-Trinkröhrchen verschmutzen in großem Stil die Umwelt! Um den Kritikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ja, diese Aussage ist plakativ. So ein Röhrchen, was macht das schon? Trotzdem handelt es sich weder um Fake-News, noch um eine Ironie-Schlagzeile der Satireplattform ‚Der Postillon‘. Sie könnte es aber durchaus in die Rubrik „Auch das gibt’s“ schaffen. Denn diese Aussage entspricht einer Tatsache, die zwar das Kraut am Ende nicht fett macht, aber symptomatisch und äußerst anschaulich den Fluch unserer Wegwerfgesellschaft demonstriert.
So sieht’s aus: Etwa 500 Millionen Trinkhalme aus Plastik verwenden die Amerikaner täglich. In Deutschland sind es reichlich 100 Millionen. Das sagen die Umweltverbände. Wer unter dem Müll in erster Instanz zu leiden hat, wird auf Youtube anschaulich präsentiert. 10 Millionen Mal setzten sich die User dort einer ekelerregenden Dramatik aus und sahen zu, wie einer Meeresschildkröte ein Plastikstrohhalm aus der Nase operiert wird. Da will keiner lange hinschauen.
Umweltschützer wehren sich gegen unnötigen Plastikmüll
Deshalb wehren sich Umweltschützer gegen die Verwendung der kleinen Plastikröhrchen. So hat die Lonely Whale Foundation am 1. August 2017 unter dem Titel „StopSucking“ eine Kampagne ins Leben gerufen, die sich gegen die Verwendung von Trinkhalmen aus Plastik stellt.  „Man schätzt, dass im Jahr 2050 mehr Plastikmasse im Ozean schwimmt als Fisch. Wir sehen Trinkhalme als Einstiegsplastik zum Verständnis der Verschmutzungsproblematik und als klare Motivation für Verbraucher und Führungskräfte der Industrie, mehr gegen Einweg-Kunststoff zu unternehmen“, so Adrian Grenier, Mitbegründer der Lonely Whale Foundation. Die Röhrchen werden also mal ganz nebenbei zum Verständnisbotschafter. So sagt auch die Kampagne „The Last Straw“ in Australien den kleinen Plastikdingern den Kampf an. Genau wie die Initiative „Last Plastic Straw“ in den USA, die anregt, auf Strohhalme zu verzichten.

Weg mit dem Plastikstrohhalm! Ganz so einfach ist es nicht …
Also weg mit dem lästigen Ding! Braucht kein Mensch! Oder doch? Wer eben keine Lust hat, sich wie ein Eisbrecher auf der Suche nach Fahrwasser, in der Cocktailbar durch seinen Drink zu furchen, wird Einwände gegen ein Trinkröhrchenverbot haben. Die Alternative wäre eine Pinacolada ohne Stückchen und ein handwarmer Erdbeer-Daiquiri. Ganze Rezeptsammlungen hätte man zu überarbeiten. Dass das Gastgewerbe also ein berechtigtes Interesse an der Fortführung der Trinkhalmkultur hat, ist nachvollziehbar und logisch.
Alternativen zum Plastiktrinkhalm
Deshalb haben findige Tüftler über Alternativen nachgedacht und Trinkhalme aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Doch so ganz neu sind viele der Ideen nicht. Wie die ökologisch einwandfreie Variante geht, lehren uns schon die Ureinwohner Lateinamerikas, die ihren Matetee mehr lesen
Source: Livona