UlStO kreiert Mode aus Kork, steht dabei aber für viel viel mehr

By Adina Als wir sie besuchen, ist es eisig kalt in ihrem Atelier. Trotzdem ist Ulrike Stolze, der kreative Kopf hinter UlStO, wahnsinnig froh, dass sie den kleinen Raum im Hinterhaus ihrer Wohnung beziehen konnte. Die Mieten sind horrend in der Dresdner Neustadt. Ein Grund, warum der Laden im Vorderhaus schon Monate leer steht. Ein wenig verwaist ist auch Ulrikes Werkstatt. Den Elektroheizer macht sie ungern an. Deswegen wird hier kreiert, genäht und an Prototypen gewerkelt, wenn die Außentemperaturen ein wenig freundlicher sind. Da wir aber sehen wollen, was bei UlStO so passiert, denn der Raum dient auch als Lager und Versandstation, treffen wir uns nicht im behaglichen Café nebenan, sondern holen uns lieber am Ort des Geschehens kalte Füße.

Taschen und Accessoires aus Kork
Ulrikes sympathische Wärme hilft uns ein wenig übern Berg und wir erfahren jede Menge Interessantes über das Material Kork und seine Möglichkeiten, über die Fallstricke der Dresdner Kreativwirtschaft und ein Leben mit weniger Konsum – doch das sei nur am Rande erwähnt. Denn richtig. Warum es sich eigentlich dreht, haben wir noch nicht verraten: UlStO ist ein Dresdner Label für Korkprodukte: Taschen, Rucksäcke und Accessoires für Erwachsene und Kids werden von Ulrike erdacht und ortsnah von Hand gefertigt. Neuerdings gehören auch Kork- und Holzschmuck zum Portfolio.
Alle Produkte sind vegan. Außer Kork, als ‚veganes Leder‘ wird auch Recycling-Filz aus Petflaschen verwendet. „Ansonsten versuche ich, Kunststoff zu vermeiden,“ erklärt uns Ulrike. „Doch bevor ich Ösen mit Chrom und Nickel verarbeiten lasse, wähle ich dann doch lieber die Kunststoffvariante.“ Sämtliche Kordeln sind aus Ökotext-Baumwolle. Das Grundmaterial Kork kommt aus Portugal. Ein Familienbetrieb, der selbst auch Kleidung und Taschen aus Kork produziert, liefert die Rohware. „Mit Stoffen aus Kork zu arbeiten, ist keine neue Idee. Im Mittelmeerraum wird schon sehr lange damit gearbeitet. Leider sind die Produkte für meinen Geschmack und wohl auch für den hiesigen Markt zu altbacken. Deswegen kann man mit neuen Ideen hier noch eine Nische besetzen.“

Ulrike Stolze selbst kam über lange Pfade zum Kork. Ihr Weg zur kreativen Modeschöpferin war nicht der direkteste. Eigentlich hat die 27-jährige erfolgreich Maschinenbau studiert und könnte als Frau in einer Männerdomäne eine gut dotierte Stelle besetzen. „Mir fehlen in meiner Branche allerdings die kreativen Möglichkeiten.“ Die fand sie beim Nähen. „Als ich damit anfing, wollte ich kein Leder verarbeiten. Ich bin kein Fleischesser und versuche so wenig wie möglich, Tierisches zu essen und zu nutzen. Aber die Optik von Leder wollte ich unbedingt mehr lesen
Source: Livona